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AGL Loy Yang Traralgon Tennis – ein Vorbereitungsturnier für Junioren

von Simone Kemler

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“Trara . . . wie? Traralgon” in Australien gibt es viele Städte mit schier unansprechlichen Namen, oft ein Indikator für eine Ansiedlung von Aborigines oder auch ‘First People’, wie man mittlerweile oft hört. Traralgon, das ist ein kleiner, verschlafener Ort, knapp 170 km von Melbourne entfernt, mitten im australischen Hinterland.

Für das internationale Juniorentennis hat Traralgon allerdings einen völlig anderen Klang, denn seit nunmehr 25 Jahren findet dort ein sehr beachtetes Vorbereitungsturnier für die Juniorenwettbewerbe  der Australian Open statt.

The tournament in action. Photo: Vanessa Taylor

Ein Besuch dieses Turniers lohnt auf den zweiten Blick auf jeden Fall, denn hier kann man in der Tat die Stars von morgen finden. 2014 gewann den Jungenwettbewerb kein Geringerer als Alexander Zverev, der 2018 in Melbourne darauf hofft, möglichst weit im Turnier zu kommen, wenn nicht gar den Titel zu holen. Neben Zverev haben hier im Junioreenalter schon Größen wie Roger Federer, Lleyton Hewitt oder Andy Roddick aufgeschlagen.

Bei den Damen klingt für deutsche Tennisfans der Name Monica Puig, denn die junge Dame aus Puerto Rico, konnte bei den letzten olympischen Sommerspielen in Rio mit Laura Siegemund und Angelique Kerber im Finale, gleich zwei Deutsche besiegen.

So ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn man Vertreter bekannter Tennisakademien wie bspw. der von Patrick Mouratoglou begegnet – überraschend war dann eher ein zufälliges Treffen mit Bob Brett, den deutschen Fans noch gut in Erinnerung, war der Australier doch auch eine Zeit lang Trainer von Boris Becker, der nun selbst als ‘Head of Men’s Tennis’ für den DTB im Einsatz ist. Augenscheinlich geht es Brett gut, er ist nun mittlerweile seit 44 Jahren als Tenniscoach unterwegs und den Weg Traralgon findet er, weil er ca. 20 Wochen im Jahr mit der japanischen Nachwuchs-Delegation reist.

Journalist Simone Kemler with Bob Brett. Photo: Vanessa Taylor

Hat sich denn Grundsätzliches in der Trainingsarbeit mit Jugendlichen geändert ? “Jein”, antwortet der Australier und erklärt: “Früher hat man viel mehr gedrillt und nicht auf den Körper gehört, wenn da dann mal das Knie zwickte, war das egal, die Devise war ‘weitermachen’! Das geht heute nicht mehr, heute braucht es eine andere Kommunikation zwischen Trainer, Betreuern und Spieler und vor allem braucht es wesentlich mehr Achtsamtkeit. Die Spieler müssen von Beginn an lernen, auf ihren Körper zu hören/zu fühlen. Die Leistungsgrenzen müssen beachtet und Tenniskarrieren eher langfristig  und strategisch angegangen werden.

“Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Frage der mentalen Ausbildung eines Spielers, daher sind Mentalcoaches auch für den Jugendbereich notwendig und sollten zur Selbstverständlichkeit werden.”

Juniors relaxing in the players’ lounge. Photo: Vanessa Taylor

Deutsche Teilnehmer waren dieses Jahr nicht im Hauptfeld am Start, bei den Jungen standen Leopold Zima und Henri Squire auf den Alternate Listen, bei den Mädchen Linn Boening.

Der Sieger 2018 bei den Jungen heißt Hugo Gaston aus Frankreich; als Fünfter der Setzliste konnte er sich gegen den Schotten Aidan McHugh glatt mit 6:1, 6:1 durchsetzen. Bei den Mädchen gewann die Nummer eins der Setzliste, En Shuo Liang aus Taipei. Sie besiegte die Chinesin Xiyu Wang in drei Sätzen 6:4, 0:6, 6:1 und wurde damit die erste Titelträgerin für ihr Land.

Title photo of Hugo Gaston and Aidan McHugh with En Shuo Liang and Xiyu Wang from the 2018 AGL Loy Yang Traralgon Junior International 

Closing photo of the birthday cake by Vanessa Taylor

Article and photos originally published in Deutsche Tennis Zeitung

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